Kontaktlinsen für trockene Augen

Trockene Augen sind ein weit verbreitetes Phänomen, nicht nur unter Kontaktlinsenträgern. Wenn das Auge nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt wird oder sich die Zusammensetzung des Tränenfilms ändert, beeinträchtigt das nicht nur den Tragekomfort von Kontaktlinsen, sondern führt auch unabhängig davon zu Beschwerden.

Symptome für trockene Augen sind:

  • Brennen und Jucken der Augen
  • Rötung der Augen
  • das Gefühl, Sand in den Augen zu haben
  • Schleimbildung und vermehrtes Tränen
  • verschleiertes Sehen
  • bei Kontaktlinsenträgern zusätzlich deutliches Spüren der Kontaktlinsen auf den Augen.

Die modernen Lebens- und Arbeitsbedingungen begünstigen das Leiden. Ursachen für trockene Augen können sein

  • vermindertes Blinzeln durch lange Computerarbeit,
  • Umwelteinflüsse wie Klimaanlagen, Rauch und Autoabgase,
  • körperliche Erkrankungen und Medikamente,
  • hormonelle Veränderungen z.B. während der Schwangerschaft.

Trockene Augen durch Kontaktlinsen

Auch Kontaktlinsen können trockene Augen begünstigen. Gerade wer ohne vorherige Anpassung Kontaktlinsen kauft, läuft Gefahr, ein Material zu tragen, das nicht optimal auf den Tränenfilm abgestimmt ist. Doch auch andere Faktoren, die mit dem Kontaktlinsentragen zusammenhängen, können trockene Augen verursachen oder die Symptome verstärken, wie

  • zu lange Tragezeiten,
  • das Tragen der Kontaktlinsen in Umgebungen, für die sie nicht geeignet sind (Staub, trockene Luft, Zugluft, Rauch) und
  • ein unpassendes Pflegemittel.

Hoher Wassergehalt der Kontaktlinsen begünstigt trockene Augen

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Kontaktlinsen mit einem möglichst hohen Wassergehalt gut bei trockenen Augen sind. Das Gegenteil ist der Fall: Denn gerade weiche Kontaktlinsen mit einem hohen Wassergehalt begünstigen die Verdunstung des Tränenfilms.

Zudem ist bei weichen Linsen, die ja per se mehr Wasser enthalten als harte Kontaktlinsen, die Unterspülung der Linsen mit Tränenflüssigkeit mitunter nicht ausreichend. Daher eignen sich für Linsenträger, die zu trockenen Augen neigen, oft harte Kontaktlinsen besser, da diese lockerer auf den Augen sitzen und so ständig mit Tränen unterspült werden. Da ihr Wassergehalt kleiner ist, ist auch die Verdunstung an ihrer Oberfläche geringer.

Kontaktlinsen mit Feuchtigkeitsspeicher

Für Kontaktlinsenträger, die zu trockenen Augen neigen, eignen sich mitunter auch weiche Linsen, die Feuchtigkeit besonders gut speichern können. Verschiedene Hersteller bieten Kontaktlinsen an, die Hyaluron enthalten, einen natürlichen Wirkstoff, der Feuchtigkeit bindet und so den Tragekomfort erhöht. Neben der Fähigkeit dieser Linsen, Feuchtigkeit zu speichern, geben sie auch permanent Hyaluron an das Auge ab und sorgen so für eine gute Benetzung von Linsen und Augen.

Kontaktlinsen mit Hyaluron gibt es in allen möglichen Varianten – als Tageslinsen, 2-Wochen-Linsen, Monatslinsen sowie als multifokale Tages- oder Monatslinsen und als torische Kontaktlinsen bei einer Hornhautverkrümmung.

Das richtige Kontaktlinsenpflegemittel wählen

Genau wie das Material der Kontaktlinsen auf das (trockene) Auge abgestimmt werden muss, gilt es auch, eine passende Pflegelösung zu finden, die trockenen Augen vorbeugt bzw. die Symptome nicht noch verstärkt. Hierfür gibt es beispielsweise Pflegemittel, die ebenfalls den Wirkstoff Hyaluron enthalten. Auf Flüssigkeiten mit Konservierungsstoffen sollte dagegen verzichtet werden.

Test: Woher weiß ich, dass ich trockene Augen habe?

Gerade für Kontaktlinsenträger ist es wichtig zu wissen, ob eine Neigung zu trockenen Augen besteht. Ist das der Fall, müssen Kontaktlinsenmaterial und Pflegelösung darauf abgestimmt werden. Bei der Kontaktlinsenanpassung wird der Tränenfilm daher genau untersucht.

Dabei gibt es verschiedene Test-Möglichkeiten:

  1. Untersuchung von Hornhaut und Bindehaut mit der Spaltlampe auf Rötungen bzw. Trübungen
  2. Untersuchung des Tränenfilms mit Farbstoff (BUT-Bestimmung = „Break-Up-Time“): Hier untersucht der Anpasser, wie lange es dauert, bis der Tränenfilm „reißt“. Dazu muss das Auge mit dem zuvor verabreichten Farbstoff möglichst lange offen gehalten werden.
  3. Schirmer-Test„: Dabei werden Filterpapierstreifen in das Unterlid gehängt. Saugen sie sich innerhalb von 5 Minuten nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit voll, deutet das auf trockene Augen hin.

Was tun bei trockenen Augen?

Vorausgesetzt es liegen keine gesundheitlichen Ursachen für trockene Augen vor, können Kontaktlinsenträger die Symptome recht gut selbst behandeln. Spezielle Augentropfen („künstliche Tränen“) bilden einen Film auf der Oberfläche der Augen und bewahren sie vor dem Austrocknen. Die Tropfen sind in kleinen Ampullen erhältlich, die unkompliziert auch unterwegs mitgenommen werden können. Hier eine kleine Auswahl an Produkten, die diese Kriterien erfüllen:

Wichtig: Kontaktlinsenträger sollten darauf achten, dass die Augentropfen keine Konservierungsstoffe enthalten. Diese können sich in weichen Kontaktlinsen anreichern und neue Beschwerden hervorrufen.